Veranstaltung zum Equal Pay Day fand in Ahrensburg am 31. März 2010 statt

Unter dem Motto  Equal Pay Day – Entgeltgleichheit jetzt: Frauen haben mehr verdient! fanden rund um den 26. März 2010 bundesweit Veranstaltungen statt. Hintergrund ist die fehlende Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen in Deutschland. Laut des statistischen Bundesamtes (12.11.2009) verdienten Frauen in Deutschland im Jahr 2008 durchschnittlich 14,51 Euro pro Stunde und somit 4,39 Euro weniger als ihre männlichen Kollegen. Damit liegt der prozentuale Unterschied bei 23 %. Demnach  müssten Frauen durchschnittlich ein knappes Vierteljahr länger arbeiten, um auf das gleiche Jahresgehalt ihrer Kollegen zu kommen.

Um auf die Entgeltunterschiede in Deutschland aufmerksam zu machen, hat der  BPW (Business and Professional Women Germany e.V.) 2008 den ersten Equal PayDay, den Tag der Entgeltgleichheit, initiiert.

Die  hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Stormarn und das Expertinnen Netzwerk  Ahrensburg  luden zur Stormarner Aktion zum Equal Pay Day ein.  Die Veranstaltung  „Entgeltgleichheit jetzt: Frauen haben mehr verdient!“ fand am Mittwoch, 31.03.2010, 18:30 Uhr, Kulturzentrum Marstall, Lübecker Straße 8 in Ahrensburg statt.

Eingeladen waren Christiane Clobes, Vorsitzende des BPW Hamburg  und  Barbara Kammer, Vorsitzende des Landesfrauenrates ver.di Nord.

Dr. Barbara Schneider, die erfolgreiche Autorin des Buches "Fleißige Frauen arbeiten – schlaue steigen auf"  und der Entwickler des "versteckten Theaters“, Deed Knerr, zeigten in ihren Vorträgen wie Frauen erfolgreich in Gehaltsverhandlungen gehen und  welche Rolle dabei die nonverbale Kommunikation spielt.

Durch die Veranstaltung führte Dr. Birgit Kiupel. 

An dieser Stelle danken die Veranstalterinnen der Sparkasse Holstein für das Sponsoring der Veranstaltung zum Equal Pay Day.

Zum Hintergrund zur Entstehung des Equal Pay Day:
Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Deutsche Frauenrat (DF) sowie der Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) haben sich mit dem BPW Germany zu einem nationalen Aktionsbündnis zusammengeschlossen.

Das Aktionsbündnis will:
• die Debatte über die Gründe der Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland in die Öffentlichkeit tragen
• alle Akteurinnen und Akteure sensibilisieren und mobilisieren
• das Bewusstsein für die Ursachen von Entgeltunterschieden schärfen
• die unterschiedlichen Karrierechancen in den einzelnen Berufen und Branchen darstellen und Wege  zur Überwindung der Unterschiede aufzeigen
• sich für einen zügigen Ausbau der Kinderbetreuung in Deutschland einsetzen
• die unterschiedlichen Verdienstchancen in einzelnen Berufen und Branchen darstellen und Wege aufzeigen, die zur Erreichung einer Entgeltgleich zwischen Frauen und Männern beitragen können

 


Gastbeitrag der Gleichstellungsbeauftragten zum Internationalen Frauentag 2010 im Stormarner Teil des Hamburger Abendblatts

 

Zukunftsthema: Chancengleichheit für Frauen

Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt, gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Berufsrückkehr zu angemessenen Bedingungen, kostenfreie, flexible Betreuungsangebote für Kinder sowie Förderung der Frauenfachberatungsstellen sind zentrale Forderungen der hauptamtlichen kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Stormarn.

Frauen sind zunehmend berufstätig, oft zu niedrigsten Löhnen, in Teilzeit – nicht immer frei-willig –, befristet oder in Minijobs. Das Einkommen der Frauen wird immer wichtiger für die Familien, denn Männer arbeiten immer häufiger in prekären Beschäftigungsverhältnissen und werden von Arbeitslosigkeit bedroht. Hinzu kommt die veränderte Lebenswirklichkeit. Nach einer Scheidung ist jeder Ehegatte – sofern keine Kinder zu betreuen sind – für seinen Unter-halt selbst verantwortlich. Zudem verdienen Frauen oft weniger als Männer und haben geringere Chancen, eine Führungsposition zu besetzen, sind aber immer häufiger die Familienernährerinnen.

Der berufliche Wiedereinstieg sowie Fortbildungsangebote für Berufsrückkehrerinnen haben einen hohen Stellenwert in der Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten. Die Infotage Wiedereinstieg in den Beruf, das Beratungsangebot von „Frau & Beruf Stormarn“, das im letzten Jahr mehr als 1000 Frauen nutzten, sowie Seminare für Berufsrückkehrerinnen werden von den Gleichstellungsbeauftragten gefördert oder verantwortlich durchgeführt.

Es gibt viele qualifizierte, gut ausgebildete Frauen, die auch mit ihren im Familienmanagement erworbenen Erfahrungen ein Gewinn für Firmen sein können. Der Arbeitsmarkt empfängt die Berufsrückkehrerinnen nicht mit offenen Armen. Eine gewisse Ausdauer ist vonnöten, um Erfolg bei der Stellensuche zu haben.

Ist eine berufliche Existenz aufgebaut gilt es die nächste Aufgabe zu lösen: die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Noch immer sind es überwiegend Frauen, die diesen Spagat leisten müssen. Dies muss sich ändern! Die gleich zu verantwortende Teilnahme des Mannes an der Erziehungs- und Familienarbeit ist Voraussetzung für mehr Geschlechtergerechtigkeit. Das Recht auf einen Krippen- bzw. Kindertagesstättenplatz mit flexiblen Öffnungszeiten, der schrittweise kostenfrei gestellt wird, ist eine unabdingbare Forderung.

Hier ist die Politik, sind die politischen Gremien gefragt. Der Ausbau der Kinderbetreuungsein-richtungen sowie der Ganztagsschulen gehört an die erste Stelle der Prioritätenliste. Bei der Wirtschaftsförderung sind Firmen bevorzugt zu unterstützen, die in ihrem Betrieb frauenfördernde Maßnahmen sowie flexible Arbeitszeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Kindererziehung bzw. Pflege von Angehörigen anbieten.

Das aktive und passive Wahlrecht für Frauen war eine zentrale Forderung der Frauenbewegung und mit dem Internationalen Frauentag eng verbunden. Gleichberechtigte Teilnahme an der Politik heißt auch, dass Frauen entsprechend ihrem Anteil an der Bevölkerung in den politi-schen Gremien vertreten sind. Der Frauenanteil in der Kommunalpolitik ist steigerungsbedürf-tig. Von 1300 gewählten Mandatsträgern und bürgerlichen Mitgliedern sind lediglich 380 Frau-en. Die hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Stormarn fördern die Gründung eines kommunalpolitischen Frauennetzwerkes, um Frauen in der Kommunalpolitik bei der Durchsetzung ihrer politischen Arbeit zu unterstützen und das Interesse bei Frauen für die akti-ve politische Arbeit zu wecken. Ein höherer Frauenanteil in den politischen Gremien kann familien- und frauenspezifischen Anliegen mehr Gewicht geben.

Der Internationale Frauentag – vor 99 Jahren erstmals begangen – ist notwendig, um frauenpolitische Forderungen in die öffentliche Diskussion zu bringen.

Gabriele Fricke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ahrensburg


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