Männer im Aufbruch
Erster Diskussionsabend zum Thema "Männer im Aufbruch" war anregend und informativ
Informative Veranstaltung
Die Veranstaltung "Männer im Aufbruch" fand am Donnerstag, 22.01.2009 in den Räumen der VHS Ahrensburg statt. Die Veranstalterinnen Gabriele Fricke, Gleichstellungsbeauftragte und Astrid Rottmann, päd. Mitarbeiterin der VHS Ahrensburg, hatten zu diesem Diskussions- und Informationsabend eingeladen. Unterstützt wurde sie dabei durch Volker Onderka, Günther Frank, Helmut Burmester und Hans-Peter Weiß, die sich bereits in der Vorbereitungsgruppe engagiert haben.

Vorbereitungsgruppe und Diskussionsteilnehmer

Im Gespräch: Frau Fricke und Herr Schwabe

Austausch vor Beginn der Veranstaltung
Ansprache der Bürgermeisterin der Stadt Ahrensburg,
Frau Ursula Pepper

Ursula Pepper, Bürgermeisterin der Stadt Ahrensburg
Um 19:30 begrüßte Ursula Pepper, Bürgermeisterin der Stadt Ahrensburg, die Gäste mit folgenden Worten:
Ich freue mich, dass unsere Gleichstellungsbeauftragte, Frau Fricke, bisher eher bekannt als Kämpferin für die Frauenrechte, sich in Kooperation mit der päd. Mitarbeiterin der VHS, Frau Rottmann, des Themas "Männer im Aufbruch" angenommen haben. Setzte sich das bewährte Team Rottmann/Fricke bisher eher für Frauen ein, die in den Beruf zurückkehren möchten, stehen "Männer im Rollenwandel" im Mittelpunkt des neuen Projekts. Bei der Erarbeitung der Inhalte wurde männliche Unterstützung, der "männliche Blick", benötigt und mit Herrn Onderka, Herrn Burmester und Herrn Frank auch gefunden.
Ein weiterer Wegbereiter, Herr Weiß, der krankheitsbedingt heute leider nicht bei uns sein kann, hat folgende Gedanken zum heutigen Thema formuliert:
"Beruflich erfolgreich, unter Gesinnungsgenossen anerkannt, von Rivalen respektiert - so können sich Männer noch bis vor Kurzem erlebt haben. "Aufbruch" bedeutet für die Männer etwas ganz Anderes als für die Frauen, die in einer patriarchalisch-hierarchischen Gesellschaft um ihre Gleichberechtigung kämpfen mussten. Für die Männer geht es beim "Aufbruch" heute um Partnerschaftlichkeit in einer komplexen Welt, die nicht mehr patriarchalisch geordnet ist. Diese Fähigkeit zur Partnerschaftlichkeit gilt beruflich ebenso wie in der intimen Lebensgemeinschaft und sie gilt auch gegenüber Kindern.
Männer brauchen keine Kinder. Aber Kinder brauchen Väter. Und gerade da findet männlicher "Aufbruch" statt. Viele "Männer im Aufbruch" erfahren nicht mehr nur sich selbst als Männer, sondern sie leben und erleben sich als partnerschaftliche Väter, die mit ihren Kindern die Welt neu entdecken und sich in ihr entwickeln. Es ist ein spannendes Abenteuer, die Kinder lernen von den Vätern und die Väter von den Kindern. Die Vorbildfunktion der Väter bekommt in der sich rasch verändernden Welt eine neue Dynamik. In der Reihe "Männer im Aufbruch" geht aber auch um die Fragen der gleichberechtigten und partnerschaftlichen Aufgabenverteilung in der Haushaltsführung und Kinderbetreuung und um die notwendigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die staatliche Anerkennung und Unterstützung der Männer für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben in den neuen Lebensformen".
Ja, meine Damen und Herren,
soweit die Ausführungen und der männliche Blick von Herrn Weiß, dem ich mich - soweit ich es als Frau beurteilen kann - nur anschließen kann.
Auch für mich als Bürgermeisterin geht es um eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in allen Bereichen der Gesellschaft, die ein gleichberechtigtes Miteinander der Geschlechter ermöglichen.
Im Bereich der Kinderbetreuung wurde in den letzten Jahren einiges erreicht. Die Stadt Ahrensburg bietet derzeit 794 Kindergartenplätze, 20 Krippenplätze, 355 Hortplätze an und unterstützt 120 Kinder mit einem Platz bei einer Tagesmutter. Das Angebot an Krippenplätzen wird mit der Planung von über 40 neuen Plätzen kontinuierlich verbessert. Hierdurch leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Dabei liegt die Betonung auf einen wichtigen Beitrag. Der andere Beitrag - zur Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Elternschaft - liegt bei den Arbeitgebern. Wie reagieren Personalleiter/innen auf das Ansinnen von Vätern, in Elternzeit zu gehen oder eine Teilzeitbeschäftigung anzustreben? Werden die Mitarbeiter ermutigt, Aufgaben in der Kindererziehung und im Haushalt zu übernehmen? Oder haben berufstätige Männer mit Nachteilen im Beruf und bei der Karriereplanung zu kämpfen?
Als Bürgermeisterin und Chefin von rund 340 Beschäftigten ist mir das Thema wohl bekannt. Bis vor einigen Jahren waren es vorwiegend Frauen, die Elternschaft und Beruf unter einen Hut bringen wollten. Es gab lediglich einen Ausnahme, dies war ein Mitarbeiter aus dem sozialen Bereich, der sich die Erziehungszeiten teilte.
Mittlerweile hat sich einiges geändert. Es gibt Mitarbeiter die sowohl im gewerblichen Bereich (Kläranlage und Bauhof) als auch in der Kernverwaltung tätig sind und Erziehungszeiten übernommen haben oder in Teilzeit arbeiten, um die Betreuung der Kinder mit ihrer Partnerin zu teilen. Aus dem gewerblichen Bereich sind heute Abend auch Beschäftigte unter uns.
Übrigens, seit der Einführung des Elterngeldes im Januar 2007, ist die Zahl der Väter, die Elterngeld beantragen, kontinuierlich gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lag der Anteil der Väter im vierten Quartal 2008 bei 12,4 Prozent. Beim früheren Erziehungsgeld waren es gerade einmal drei Prozent.
Nun, meine Damen und Herren,
eine erfreuliche Entwicklung wie ich finde. Wenngleich es sich nicht alle Familien leisten können.
Da Frauen häufiger ein geringeres Einkommen als Männer haben, bleibt bei einem Elterngeld, das 67 % des letzten Einkommens und maximal 1800 Euro beträgt, wenig Spielraum. Während lediglich 3,5% diesen Höchstwert erreichten, lag der Durchschnitt lag bei gut 300 € bis knapp 1000 €.
Nun zurück nach Ahrensburg und zur Veranstaltung "Väter im Aufbruch". Ich wünsche Ihnen eine angeregte Diskussion über Männer im "Recht", Väter im "Familienalltag" und Männer im "Betrieb".

Eingangsreferat von Herrn Sulimma, Auditor Beruf und Familie

Herr Sulimma, Auditor "Beruf und Familie"
Anregende Diskussion
Diskussionsrunde v. l., Herr Sulimma, Herr Schwabe, Herr Onderka, Herr Schulz
In der Diskussionsrunde "Männer im Aufbruch" wurde über folgende Themen diskutiert:
1. Runde: Männer im Recht - was hat sich für Väter verändert?
Ingolf Schulz, Rechtsanwalt
2. Runde: Männer im Familienalltag - ist Papi jetzt meine Mami?
Volker Onderka, Diplom-Kauf., Trainer & Coach
3. Runde: Männer im Betrieb - ich würde gerne Beruf und Familie vereinbaren, was sagt mein Betrieb?
Rolf Schwabe, Geschäftsführer INDOO Spielwerk
Resümee/Ausblick
Mit diesem Informations- und Diskussionsabend leisteten die Veranstalterinnen einen Beitrag zur Darstellung der aktuellen Rolle von Vätern im Spannungsfeld von Familie und Beruf. Es zeigte sich, dass Männer gewillt sind ihre Vaterrolle aktiv zu leben. Dabei gilt es auf der einen Seite Hindernisse im Betrieb zu überwinden, wie es im Vortrag von Herr Sulimma deutlich wurde. Auf der anderen Seite spielen die familiäre Situation sowie finanzielle Aspekte eine wichtige Rolle. Bei der Entscheidung, welcher Elternteil in die Elterzeit gehen und die Berufstätigkeit ganz oder teilweise einschränken kann, stehen diese Aspekte im Vordergrund. Hinzu kommen gesellschaftliche Rollenzuweisungen. Hier stoßen erziehende Väter und berufstätige Mütter nicht immer auf positive Resonanz. Hier gilt es Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit zu leisten.
Das Thema steht demzufolge auch weiterhin auf der Agenda. Es hat sich eine Gruppe engagierter Männer gefunden, die sich diesem Themenkomplex auch weiterhin widmen möchten. Geplant sind Gesprächsrunden und Veranstaltungen, die in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragen und der VHS Ahrensburg durchgeführt werden sollen. Jeder Mann, der Interesse hat mitzuwirken, ist herzlich eingeladen. Die Termine sind im Büro der Gleichstellungsbeauftragten, unter der Telefonnummer 04102/77193 und in der VHS Ahrensburg unter der Telefonnummer 04102/800220, zu erfragen.
Presse
Artikel Markt folgt ...
mehr Info zum Thema: -> Audit Beruf und Familie
Ausstellung: "Männer im Aufbruch"

Fotoausstellung 09.01. -27.02.2009 in der VHS Ahrensburg, Bahnhofstraße 24


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