Druckansicht Infotag: Wiedereinstieg in den Beruf
Am Dienstag den 27. Oktober 2009 von 17:30 bis 22:00 Uhr, VHS Ahrensburg
Motto: "Frauen steigen wieder ein - Betriebe unterstützen!"
Rückblick: Erster "Infotag Wiedereinstieg" am 8. Oktober 2008 war ein voller Erfolg
-> Erfolgreiche Veranstaltung
-> Vielseitige Infobörse
-> Ansprache der stellv. Bürgermeisterin
-> Lebhafte Diskussion
-> Resumee/Ausblick
Erfolgreiche Veranstaltung
Die VHS Ahrensburg verwandelte sich am 1. Infotag Wiedereinstieg in eine Messehalle mit roten Teppichen. Die Veranstalterinnen, Astrid Rottmann, pädagogische Mitarbeiterin der VHS und die Ahrensburger Gleichstellungsbeauftragte, Gabriele Fricke hatten die Initiative der Bundesministerin Frau von der Leyen aufgegriffen und den Infotag Wiedereinstieg lokal erfolgreich umgesetzt.
Entsprechend der Themen wurden Informationsstände zur "Berufliche Orientierung", "Weiterbildung", "Existenzgründung", "Stilberatung & Bewerbungsfotos" sowie "Rentenberatung" aufgestellt. Es gab Informationen über VHS-Kurse zum "Thema Beruf" und die "Städtische Wirtschaftsförderung" war ebenfalls vor Ort. Rund 80 bis 90 Gäste nutzen zwischen 18 und 20 Uhr die Gelegenheit und ließen sich ausgiebig beraten. Im Bewerbungscenter, wo die Agentur für Arbeit, Frau & Beruf, die ARGE und Kursanbieterinnen der VHS ihre Stände hatten, bildeten sich Schlangen.





Im Untergeschoss fanden die Stilberatung und das Bewerbungsfotoshooting statt, auch dort herrschte großer Andrang.

An den Ständen der IHK und des Weiterbildungsverbundes hatten Besucherinnen die Möglichkeit, sich über Weiterbildungsmaßnahmen und deren Finanzierung zu erkundigen.





In der ersten Etage fanden Beratungen zur Existenzgründung und Vernetzung statt. Hinzu kamen Informationsstände zum Thema "Sprachen", "Wirtschaftsförderung" und "Rentenberatung".






Ansprache der stellv. Bürgermeisterin Susanne Philipp-Richter

Um 20 Uhr begrüßte die stellvertretende Bürgermeisterin Susanne Philipp-Richter, hier im Gespräch mit der Moderatorin Christiane Eiche, die Gäste mit folgenden Worten:
"Als stellvertretende Bürgermeisterin unserer Stadt und als Stadtverordnete verfolge ich seit geraumer Zeit die Diskussionen über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und den beruflichen Wiedereinstieg nach der sog. "Familienpause". Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es nach wie vor Probleme gibt, Beruf, auch ehrenamtliches Engagement als Politikerin, und die Familie sowie Betreuung der Kinder, unter einen Hut zu bekommen.
Deshalb setze ich mich als Stadtverordnete schon seit langem für den Ausbau der Kinderbetreuungsangebote ein. Die Stadt Ahrensburg hat das Betreuungsangebot für Kinder aller Altergruppen in den letzten 16 Jahren kontinuierlich erweitert. Sei es mit dem Ausbau der Horte an den vier Ahrensburger Grundschulen oder der Einrichtung je einer Krippengruppe an zwei Ahrensburger Kindertagesstätten. Es gibt weitere Pläne zum Ausbau der Krippenplätze sowie flexibler KiTa-Angebote.
Nun, die Betreuung der Kinder ist die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite sind es die Betriebe, die den Wiedereinstieg auch nach längerer Berufsunterbrechung ermöglichen müssten. Ich sage müssten, weil das Thema "Frauen und ihre beruflichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt" vor dem Hintergrund des sich immer stärker abzeichnenden Fachkräftebedarfs an Bedeutung gewinnt. Frauen wollen nach einer familiär bedingten Unterbrechung wieder in den Beruf zurückkehren. Andere - vor allem jüngere Frauen mit kleineren Kindern - streben eine Ausbildung in Teilzeit an.
Deshalb sind Lernen und Erweitern der vorhandenen Qualifikationen wichtige Aspekte, um vorhandenes Wissen zu aktualisieren und flexibel auf die Veränderungen des Arbeitsmarktes zu reagieren. An dieser Stelle sind Weiterbildungsangebote und die Fördermöglichkeiten notwendig, um den Weg zurück in den Beruf zu ebnen.
Die Volkhochschule der Stadt Ahrensburg bietet im Bereich Arbeit & Beruf zahlreiche Seminare - vor allem auch für Berufsrückkehrerinnen - an, die den (Wieder)Eintritt in die Berufstätigkeit erleichtern. Die hier angebotenen, teilnehmerinnenbegrenzten Kurse bieten all denen Unterstützung, die ihre professionellen und persönlichen Kompetenzen verbessern wollen".
Lebhafte Diskussion: Was bieten Stormarner Institutionen für den beruflichen (Wieder)Einstieg?
1. Runde: "Beruflicher Wiedereinstieg: Angebote und Maßnahmen"

v.l.n.r.: Herr Dr. Iwersen, Herr Klose, ganz rechts: Frau Rottmann
- Weiterbildungsverbund, Dr. Albrecht Iwersen
- Agentur für Arbeit, Daniel Klose
- Volkshochschule, Astrid Rottmann
In dieser Runde informierten die Teilnehmer/innen über Weiterbildungsmöglichkeiten und deren finanzieller Förderung. Herr Klose von der Agentur für Arbeit machte deutlich, dass Bezieher von Arbeitslosengeld zur Verbesserung Ihrer Qualifikation und ihrer Chancen auf dem Arbeitsmarkt gefördert würden. Nach eingehender Beratung durch den Arbeitsvermittler würden entsprechende Bildungsgutscheine ausgestellt, die dann bei anerkannten zertifizierten Trägern einzulösen sind. Bei arbeitslosen Personen ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld könnten Unterstützungen bei Weiterbildungsmaßnahmen gewährt werden. Bei Berufsrückkehrerinnen könnte dies auch die teilweise Übernahme der Betreuungskosten von Kindern sein.Herr Iwersen wies darauf hin, dass im kommenden Jahr das neue arbeitsmarktpolitisches Instrument die: "Bildungsprämie" geplant sei. Hier sollen arbeitslose Personen ohne Bezug von Arbeitslosengeld und mit geringem Familieneinkommen für den beruflichen Wiedereinstieg Bildungsgutscheine erhalten. Frau Rottmann zeigte auf, dass die VHS Angebote zur Verbesserung der sog. Schlüsselqualifikation sowie spezielle Angebote im Bereich Sprachen und EDV für Berufsrückkehrerinnen anbietet. Gerade der Orientierungskurs für Wiedereinsteigerinnen stärkt Frauen, ihre berufliche Zukunft gezielt in Angriff zu nehmen.
2. Runde: "Ausbildung in Teilzeit"

v.l.n.r.: Frau Hahner, Frau Hoffmann, Frau Wollnick
- Industrie- und Handelskammer Lübeck, Beatrix Hahner
- Firma DK-Ferien, Birgit Hoffmann
- Auszubildende, Jessica Wollnick
In dieser Runde informierte Frau Hahner von der IHK Lübeck zunächst über Grundsätze der Teilzeitausbildung. Seit vier Jahren wird diese Ausbildungsform in allen Ausbildungsberufen. Teilzeit bedeutet, dass die Wochenarbeitszeit meistens 25 und ansonsten 30 Stunden beträgt. Wobei die Berufsschule ganztags zu besuchen ist. Es besteht keine Alterbeschränkung. Die Auszubildenden erhalten eine Ausbildungsvergütung und können über die Agentur für Arbeit eine Berufsausbildungsbeihilfe beantragen. Der Betrieb von Frau Hoffmann bildet Frau Wollnik in Teilzeit zur Fachfrau für Bürokommunikation aus. Übereinstimmend wurde gesagt, dass beide Seiten flexibel und tolerant sein müssen. Dies käme beiden Seiten zu gute. Allerdings, wenn die Kinderbetreuung kurzfristig ausfällt, kann das für einen kleinen Betrieb problematisch sein. Wenn es das Arbeitsgebiet zulässt können Aufgaben aber auch von zu hause aus übernommen werden.
3. Runde: "Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen (Wieder-)Einstieg"

v.l.n.r.: Frau Lehmann, Frau Schmitz, zweite v.r.: Frau Harring-Boysen
- ARGE - Stormarn, Kathrin Lehmann
- Firmenvertreterin: Monika Schmitz, Ringhotel Ahrensburg
- Frau & Beruf Bad Oldesloe, Birgit Harring-Boysen
In dieser Runde standen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Probleme mit der passenden Kinderbetreuung im Mittelpunkt der Diskussion. Frau Harring-Boysen von der unabhängigen Beratungsstelle Frau & Beruf nannte die fehlende flexible Kinderbetreuung als Problem für den Wiedereinstieg. Um hier zu unterstützen wurde das Internetportal Familie und Arbeitswelt eingerichtet. Dort gibt es auch Informationen über Kinderbetreuungsangebote.
Frau Lehmann von der ARGE ist Projektvermittlerin für Alleinerziehende. Diese und drei weitere Stellen im Arbeitsamtsbezirk wurden geschaffen, um dieser Personengruppe besondere Hilfestellungen zu geben. Die Mitarbeiterinnen haben weniger Kunden und somit Zeit für Gespräche mit potentiellen Arbeitgebern. Auch bei der Suche nach einer passenden Kinderbetreuung können sie unterstützen.
Frau Schmitz beschäftigt selber zwei Widereinsteigerinnen. Im Hotelgewerbe gibt es Früh- und Spätdienste. Die Mitarbeiterinnen können keine Aufgaben von zu Hause aus erledigen. Wenn dann die Kinderbetreuung ausfällt oder das Kind erkrankt gibt es ein Problem. Es stellte sich die Frage: "Warum bleiben Mütter immer zu Hause wenn das Kind krank wird. Der Vater kann doch genauso gut die Freistellung für sich beanspruchen und das Kind versorgen?"
Lebhafte Diskussion
Nach jeder Runde entstand eine lebhafte Diskussion. Bei den meisten Wortbeiträgen standen Fragen zum Thema Kinderbetreuung im Mittelpunkt. In vielen Berufen, die von Frauen ausgeübt werden, gibt es frühe bzw. späte Arbeitszeiten oder Wochenenddienste, da hat keine Kindertagesstätte geöffnet. Auch für die Unterbringung von Kindern unter drei Jahren ist problematisch. An dieser Stelle wurde auch an die Politik appelliert, den Ausbau an Krippenplätzen und flexiblen KiTa-Angeboten voranzutreiben.
Dass Gros der der Besucherinnen machte in den Redebeiträgen deutlich, dass eine Berufstätigkeit angestrebt wird. Die Krux ist, dass jüngere Frauen Schwierigkeiten haben Kind und Arbeit unter einen Hut zu kriegen und Frauen deren Kinder schon größer sind, haben weniger Chancen einen qualifizierten Arbeitsplatz zu bekommen.
Der Infotag Wiedereinstieg wurde sowohl von den Aussteller/innen als auch von den Besucher/innen als professionell gestaltet und in der Durchführung gelungen erlebt. An allen Ständen fanden interessante und informative Gespräche statt. Die Diskussionsrunde gab Einblicke in die praktische Umsetzung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Auskünfte über die Finanzierungsmöglichkeiten von Weiterbildung. So konnten die Gäste zahlreiche Tipps zur Planung ihrer Berufsrückkehr mitnehmen.
Orientierungskurs für Frauen zum Wiedereinstieg in den Beruf im Januar 2009
Um den Weg zurück in den Beruf zu ebnen und Unterstützungsarbeit zu leisten findet der Orientierungskurs für Frauen zum Wiedereinstieg in den Beruf bereits im Januar 2009 statt. Zur Information der Interessierten findet folgender Informationsabend statt.