15 Jahre Gleichstellungsarbeit in Ahrensburg


Am 9. März 2007 feierte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ahrensburg, Frau Gabriele Fricke, mit Gästen aus der Politik, der Verwaltung, den Einrichtungen, Verbänden und Vereinen, der Presse, des Expertinnen-Netzwerks-Ahrensburg sowie Bürgerinnen und Bürgern das 15jährige Bestehen des Gleichstellungsbüros.

 

Grußworte der Gleichstellungsbeauftragten


Meine sehr geehrten Damen und Herren,
am 2. Januar1992 habe ich meine Stelle angetreten. Ich war neu in Ahrensburg, musste die Stadt kennen lernen und mich bekannt machen. Es galt Vorurteile abzubauen und Vertrauen zu gewinnen.

Im ersten Jahr meiner Tätigkeit war dies nicht immer ganz einfach, aber durch Offenheit, Ausdauer und Überzeugungskraft ist es mir gelungen, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Verwaltung und der Politik sowie Vereinen, Verbänden,  Bürgerinnen und Bürgern aufzubauen. An dieser Stelle danke ich allen Mitstreiterinnen aus Verwaltung und Politik, den ABM-Kräften, den Praktikantinnen sowie den ehrenamtlichen Helferinnen für die Unterstützung bei der Umsetzung von Projekten.

 

Sehr geehrte Gäste,
Gestern am 8. März, dem Weltfrauentag, spielten Frauen in allen Zeitungen und Radioprogrammen die Hauptrolle. Ich freue mich, dass dieser Tag mittlerweile die Aufmerksamkeit bekommt, die ihm gebührt. Der Weltfrauentag blickt auf eine lange wechselvolle Geschichte zurück. 1911 auf der sozialistischen Frauenkonferenz ausgerufen wurde er 1933 wieder verboten. In Westdeutschland fand die Wiederbelebung des Weltfrauentages dann in den 1970er Jahren statt. Mich persönlich hat die Frauenbewegung dieser Jahre geprägt und meinen Widerspruchsgeist geweckt. Mein Ziel ist es seither, für Frauenrechte zu kämpfen. Dies war auch der Grund, Gleichstellungsbeauftragte zu werden. Jetzt übe ich diesen Job bereits mehr als 15 Jahre aus. In diesen Jahren ist viel erreicht worden, das es zu bewahren gilt. Ich habe gemeinsam mit engagierten Frauen Projekte für Frauen und Mädchen ins Leben gerufen Gemeinsam konnten frauenpolitische Themen in die Öffentlichkeit und politischen Gremien eingebracht werden. Aus Projekten wurden Einrichtungen, die vielen Frauen und auch Männern zugute kommen.

 

Meine Damen und Herren,
ein Thema, das derzeit in Politik und Gesellschaft heftig diskutiert wird, ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das ist auch bitter nötig, gehört doch Deutschland zu den Ländern mit den niedrigsten Geburtenraten. Kein Wunder, denn Frauen müssen sich noch immer entscheiden ob sie ihren Beruf ausüben bzw. Kariere machen wollen oder Kinder haben möchten. Beides zu vereinbaren ist problematisch. Es fehlen ausreichende Betreuungsangebote vor allem bei Krippenkindern und im Ganztagsbereich. Zudem fehlen die Väter, die sich für Kinder entscheiden und diese auch gleichberechtigt versorgen und erziehen. Ich bin gespannt, ob sich dies mit der Einführung des Elterngeldes ändern wird.

Die aktuelle Diskussion über das Frauen bzw. Mütterbild lässt den Eindruck entstehen, dass es noch immer viele Männer und auch Frauen gibt, die sich das Mütterbild und Frauenbild der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts wünschen. Zurück zur Bräuteschule, Leichtlohngruppen, Abhängigkeit der Frau von der Zustimmung des Ehemanns um einen Beruf aus zu üben, das kann sich allerdings niemand wirklich wünschen.

Wichtig ist die Wahlfreiheit!! Wenn eine Frau sich für die Familienarbeit entscheidet, ist dies ihr gutes Recht. Aber bitteschön, dürfen die anderen Frauen, die Beruf, Karriere und Familie vereinbaren wollen, nicht negativ dargestellt werden. Sie benötigen für ihre Wahlfreiheit einen Beruf aus zu üben, ausreichende Krippen- und Kitaplätze.

In der gesamten Diskussion wünsche ich mir mehr Toleranz und Respekt für die jeweilige Entscheidung der Frau und keine Diffamierung und Ausgrenzung. Ich finde es mehr als ärgerlich, dass Frauen, die unterschiedlicher Meinung sind, sich gegenseitig bekämpfen statt nach gemeinsamen Lösungen zu suchen. Von den Äußerungen einige Männern auch in Amt und würden ganz zu schweigen!

Ja. Meine Damen und Herren,
um Familie und Beruf zu vereinbaren brauchen wir Betreuungsangebot für Kinder jeden Alters und flexible und familienfreundliche Arbeitszeitmodelle. An dieser Stelle sind die Firmen gefragt entsprechende Arbeitsplätze für Mütter und Väter oder einen Betriebskindergarten anzubieten.

Um diese Thematik voranzutreiben, hat sich in Ahrensburg gerade  der Verein "Mensch, Arbeit, Wirtschaft  - Bündnis in Stormarn" gegründet. Geplant wird ein regionales Serviceangebot für klein- und mittelständische Unternehmen zur Umsetzung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie im betrieblichen Alltag.

Meine sehr geehrte Damen und Herren,
als Gleichstellungsbeauftragte ist es mir wichtig, Frauen zu ermuntern, sich einzumischen und ihre Interessen in Politik und Gesellschaft zu vertreten. Wir brauchen an 365 Tagen im Jahr eine offensive Politik für Frauen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, dafür werde ich mich auch in Zukunft einsetzten

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

 


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Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gehört zu den wichtigsten Themen, die derzeit in Politik und Gesellschaft diskutiert werden ... weiterlesen

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